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Als
Beispiel sei hier der Versuch Max Webers genannt,
den Calvinismus als einen möglichen Grund für die Entstehung unseres kapitalistischen
Wirtschaftssystems anzuführen, indem er Zitate bringt, auf schriftliche Quellen
verweist, an die eigene Erfahrung appelliert und die Sinnhaftigkeit der empirischen
Befunde herauszuarbeiten sucht.
Wie am obigen Beispiel zu sehen ist, propagiert der Verstehensansatz anders
als der Erklärensansatz einen Methodenpluralismus; jede Methode ist
recht, sofern sie nur auf plausible Weise Licht ins Dunkle der menschlichen
Handlungen bringt. Paradebeispiel hierfür ist die Hermeneutik, also die
Lehre von der Interpretation schriftlicher Quellen, wo der sogenannte
"hermeneutische Zirkel" wirkt: Um Zeugnis A verstehen zu können,
benötigen wir Zeugnis B; um Zeugnis B verstehen zu können, hilft uns
dann das verstanden Zeugnis A weiter. Man müsste hier allerdings eher
von einer hermeneutischen Spirale reden, denn wir treten durch diese Methode
nicht auf der Stelle, sondern lernen "bei jeder Runde" immer wieder etwas
Neues dazu.
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